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Sammlung Turmuhren Die Entstehung der Räderuhr mit mechanischer Hemmung liegt auch
heute noch im Dunkel der Geschichte. Turmuhren waren damals noch selten, sodaß die Stunden meist von einem Türmer mit dem Hammer angeschlagen werden mußten. Den richtigen Zeitpunkt dafür konnte er anhand einer kleiner Wanduhr mit Weckerschelle, der Türmeruhr, erkennen, die stündlich anschlug. Zeigten diese Uhren vorerst nur die Zeit an, so verbreiteten sich ab 1300 auch Turmuhren mit Schlagwerk über ganz Italien, Frankreich und Deutschland. Als um 1320 der Dichter Dante Alighieri in seiner "Göttlichen Komödie" eine Räderuhr mit mechanischer Hemmung beschreibt, dürften Uhren bereits allgemein bekannt gewesen sein. Noch waren sie in den Kirchen und Rathäusern vieler Städte und Schlösser reine Prestigeobjekte. Aber bereits im 15. Jahrhundert sind die Kirchen fast aller mitteleuropäischen Städte und vieler Dörfer mit Turmuhren ausgestattet. Diese Turmuhren waren reine Schlaguhren, deren Glockenschlag die Zeit verkündete. Erst gegen 1500 wurde auch die Zeitanzeige auf einem Zifferblatt mit Zeiger allgemein gebräuchlich. Turmuhren und auch Kleinuhren wurden damals von Schmieden und Schlossern
angefertigt, die noch in keinen Zünften vereinigt waren. Die Uhren gingen damals trotz ständiger Wartung und Reparaturen
meist sehr ungenau, denn die gleichmäßigen Schwingungen des
Horizontalpendels, der Spindelhemmung mit Waag, waren
in erster Linie von dem präzise gearbei-teten Räderwerk der
Uhr abhängig. Vor allem die englischen Uhrmacher des 18. Jahrhunderts erkannten die Bedeutung des Pendels und es gelang ihnen durch bessere Hemmungssysteme, wie dem Hakengang von William Clement 1676, oder dem Ankergang von George Graham 1715 den Uhren eine Genauigkeit zu verleihen, die erst von den Zeitmessern des 20. Jahrhunderts übertroffen wurde. 1741 erfindet der französische Uhrmacher Jean Louis Amant die Stiften- oder Scherenhemmung, die wegen ihrer gering-en Ansprüche an das Gehwerk und der guten Ganggenauig-keit vor allem bei Turmuhren bis in das 20. Jahrhundert Verwendung fand. Die Turmuhren der Uhrenstube Aschau spannen einen Bogen dieser Entwicklung der Uhrentechnik von der Gotik Ende des 15. Jahrhunderts, zu der Renaissance und vom Barock bis zum Industriezeitalter des 19. Jahrhunderts. |
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